3. Liga News

3. Liga: Vorstand beim Chemnitzer FC tritt zurück

Sportlich läuft es eigentlich ziemlich gut beim Chemnitzer FC, der in der Spitzengruppe der Dritten Liga mitspielt. Doch hinter den Kulissen gibt es einiges an Problemen, die ziemlich akut sind. Aufsichtsrat und Vorstand traten jetzt zurück. Die Begründung lautet, dass die Existenz des Vereins auf dem Spiel stehe, wenn nicht rasch Hilfe von außen möglich ist. Damit machen sie den Weg frei, die Ämter bei der Außerordentlichen Mitgliederversammlung im Januar neu zu besetzen. Der finanzielle Engpass ist äußerst bedrohlich beim Chemnitzer FC.

Chemnitzer FC: Neue Personen sollen bei der Konsolidierung helfen

Der bisherige Vorstandsvorsitzende, Mathias Hänel, erhofft sich von einer personellen Neuausrichtung auch die Gelegenheit, neue Sponsoren ins vermeintlich sinkende Boot zu holen, um sich wirtschaftlich wieder zu stabilisieren. Dabei hofft er auch explizit auf das Knowhow anderer Faktoren von außen sowie auf neue Köpfe, die den Verein zu konsolidieren helfen würden.

Eine Personalie wurde dabei bereits geändert: Der bisherige kaufmännische Geschäftsführer Dr. Dirk Kall wurde zum neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung bestellt. Damit legt man beim Chemnitzer FC sein Augenmerk vor allem darauf, dass aus betriebswirtschaftlicher Sicht alle künftigen Aktivitäten sinnvoll und abgesichert sind.

Aufsichtsrat sei zu lange tatenlos gewesen

Bei den lokalen Medien steht der Aufsichtsrat allerdings in scharfer Kritik. Er habe seine Aufsichtspflicht nur weniger als ungenügend erfüllt. Zwei Geschäftsführer waren erkrankt, doch der Aufsichtsrat ließ die kaufmännische Sparte beim CFV monatelang unbesetzt. Gerade in dieser Zeit wurden Entscheidungen getroffen, die zum aktuellen Schuldenstand von über 2 Millionen Euro geführt hätten.

Gleichzeitig wird zugestanden, dass das Überleben in Liga 3 nun mal stets ein Balanceakt sei. „Strukturell unterfinanziert“ nennt die Freie Presse die Dritte Liga, bei der vor allem die mangelnden TV-Gelder stets zu Problemen führten. In Chemnitz ist das Kind nun bereits fast in den Brunnen gefallen; im Januar müssen Lösungen her.
Foto: flickr.com/gravitat-OFF